
NIGER
Reisen nach Niger
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Aïr-Ténéré-Bilma
dreiwöchige Geländewagen-Expedition mit kurzen
Wanderungen
• umfassende, informative Expeditionsreise in die landschaftlich
spektakulärsten Regionen der Sahara und durch traditionelles
Nomadenland im Aïr-Gebirge
• Agadez, Handelszentrum im Wandel
• durchs Aïr-Bergland, grandiose Passagen an der Aïr-Ostseite und prähistorische Gravuren
• die Dünen des Erg du Bilma, auf den Spuren der legendären Salzkarawanen
• die Salzoasen Fachi und Bilma
• die Kaouar-Oasenkette am östlichen Rand der Ténéré
• die Ruinenstädte Djado und Djaba und die Felsburgen von Orida, das westliche Djado-Plateau
• Querung der nördlichen, absolut ebenen Ténéré du Tafassasset
• das Massiv von Adrar Bous und dann das Tal von Temet, mit gewaltigen Dünen, die zu den höchsten der Erde zählen
• die "Blauen Berge" - Millionen Jahre alter Marmor aus den Tiefen der Erde

Termine & Preise:
Wegen der momentan nicht
einzuschätzenden und schwierigen Sicherheitslage sind die Reisen
aktuell ausgesetzt.
* Preis des Landarrangements zuzüglich Flug (Air France, ab ca. 1000
EUR oder Royal Air Maroc ca. 860 EUR)
Flugbuchung möglichst gleichzeitig mit der Reise. Bitte frühzeitig buchen,
solange die einigermaßen günstigen Buchungsklassen noch zur Verfügung stehen!
EZ/EZelt-Zuschlag: EUR 50
Leistungen:
• in Niamey Transfers (sofern die vorgeschlagene Air France
Verbindung gebucht wird)
• 3-4 Hotelübernachtungen (DZ mit Frühstück)
• Transferfahrt nach Agadez
• Fahrt in Geländewagen ab Agadez, ortsüblicher Zustand
• einheimische Fahrer/Führer
• Übernachtung im Freien oder Zelt auf Wunsch, Isomatten
• Verpflegung aus der Expeditionsküche
• deutschsprachige Reiseleitung
• Reiserücktrittskostenversicherung
Zusätzliche Kosten:
• Flug (siehe oben)
• Visumgebühren
• gelegentliche Restaurantessen und persönliche Getränke (speziell
am Beginn und Ende der Tour)
• weitere evtl. anfallende Hotelaufenthalte bei unvorhersehbaren
Ereignissen
• Trinkgelder
• evtl. Flughafengebühren
• Unvorhergesehenes
Teilnehmer:
min. 7 - max. ca. 12 Personen
Visa/Impfungen:
Visum für Niger obligatorisch. Gelbfieberimpfung und
Malariaprophylaxe erforderlich.
Zelt:
Bitte versäumen Sie nicht, uns mitzuteilen, wenn Sie eine
Zeltübernachtung im 2-Personenzelt wünschen. Viele Teilnehmer
schlafen in der Sahara im Freien und wir sollten aus Gewichtsgründen
nicht unnötig viele Zelte mitnehmen.
Tourverlauf:
Karte
mit Tourverlauf
1. - 2. Tag: Flug nach Niamey und Fahrt durch den Sahel nach Agadez
Flug von Frankfurt über Paris nach Niamey (oder andere Flugmöglichkeit), der Hauptstadt des Niger.
Je nach Ankunftszeit des Fluges Hotelübernachtung oder sofort Start zur langen Transferfahrt nach Agadez.
Ein Bus oder sogenannte "Busch-Taxis" bringen uns auf Asphalt 1000 km weit nach Nordosten an den Südrand des Aïr-Gebirges. Die unterschiedlichen Siedlungsformen der ländlichen Bevölkerung Nigers in den weiten, flachen Sahellandschaften ziehen an uns vorbei. Sie werden feststellen, dass der Sahel nicht nur eine Problemzone ist, sondern auch heitere und frohe Begegnungen bereithält. Damit es nicht allzu strapaziös wird, werden wir ab und zu einen kurzen Halt in der einen oder anderen Ortschaft einlegen. Trotzdem bleibt diese Fahrt ein Transfer. Wir wollen auf schnellstem Weg nach Agadez; für den Transfer muß man ca. einen Tag einkalkulieren.
Inlandflüge von Niamey nach Agadez und zurück ließen sich in letzter Zeit leider nicht realisieren.
3. Tag: Begegnungen in Agadez und Start zur Expeditionsreise
Agadez, die Sultansstadt, "vibriert" buchstäblich vor Geschäftigkeit und Leben. Von dem etwa 4jährigen bewaffneten Konflikt im Ostniger, der etwa 1995 abflaute, ist nichts mehr zu spüren. Das alte Handelszentrum Agadez war und ist immer Schnittpunkt vieler Kulturen und Ethnien gewesen. Sicherlich sehen Sie haushoch beladene, aus Libyen kommende Lastwagen, daneben Tuaregnomaden mit ihren Kamelen und bunt geschmückte Bororo-Nomaden mit ihren typischen Lederhüten.
Nach einem kurzen Markt- und Stadtbesuch steigen wir in die Geländewagen, mit denen wir in den nächsten Wochen unterwegs sein werden.
4.-7. Tag: Durch das Aïr-Gebirge, bis zur grandiosen Ostseite des Berglandes
Unmittelbar nach dem Verlassen von Agadez erreichen wir die dunklen Ausläufer der Aïr-Berge und eine schmale Piste schlängelt sich durch das vulkanische Gebirge mit tief eingeschnittenen Oueds. Die ersten Tuareg-Siedlungen tauchen auf, wie zum Beispiel El Meki, ein ehemaliger Bergbauort. Die schönste Oase des Aïr ist ganz sicher Timia. Unterhalb des Ortes überrascht uns ein riesiges Guelta (natürliches Wasserbecken), dessen hohe Wände aus Basaltsäulen fast wie eine Theaterkulisse wirken. Unsere Fahrzeuge klettern aufwärts und plötzlich öffnen sich die engen Felswände und geben den Blick frei auf grüne Oasengärten mit Dattelpalmen, Feigen- und Obstbäumen. Die Häuser des Ortes sind eng an die Felswände gebaut, damit die oft reißenden sommerlichen Regenfälle nicht allzu große Schäden anrichten. Kurzer Rundgang durch den freundlichen Ort, geführt von Jugendlichen. Wir entrichten dafür eine kleine Gebühr
zur Unterstützung der örtlichen Schule.
Bis zur Ruinenstadt Assodé, dem ehemaligen Hauptort der Aïr-Tuareg, folgen wir noch der Iferouane-Piste. Später, Richtung Taghmert-Massiv, orientieren sich die Fahrer am Berg Goundaï. Es folgt eine Passage durch ein totales Gewirr von Felsen, wo wir zu Fuß gehen, damit die entlasteten Fahrzeuge Felstreppen und Geröll besser bewältigen können. Später tauchen erste sandige Ebenen auf, die Oueds werden breiter und wir erreichen das weite Tal von
Zagado.
Kogo, im Oued Issaouane gelegen, ist eine traditionelle Tuaregsiedlung unter mächtigen Akazien. Verlässt man den Schatten der Bäume, so tut sich eine phantastisch schöne Landschaft auf: Riesige weiße und bläulich schimmernde Marmorbrocken türmen sich rechts und links unserer Piste auf, dazwischen hellgelber, angewehter Sand aus den Tiefen der Ténéré. Hochaufgebaute, feingeschwungene Dünenkämme branden an die dunklen Berghänge von Taghmert und Takarit. Die gewaltigen granitenen Bergmassive sind Ringplutonen, erstarrte Wurzeln ehemaliger Vulkane. Während das Aufstiegszentrum der glutflüssigen Massen, aus denen die Massive des Aïr entstanden, gut 1000 km südlich in Nigeria liegt, wanderte die Erdkrustenplatte samt der Magmakammern und der Berge allmählich nach Norden. Die Vulkankegel und erstarrten Lavaströme, die sich mit anderen Sedimenten als viele tausend Meter mächtige Schichten abgelagert hatten, wurden im Laufe der Zeit von den Kräften der Verwitterung abgetragen und - einzigartig auf der Erde - die Erosion legte die ehemaligen Magmakammern frei.
Ganz besonders eindrucksvoll stellt sich dem Auge des Betrachters diese geologische Einmaligkeit in der "Krabbenschere" von Arakaou dar. Wer sich hier die Mühe macht und auf die höchsten Dünen klettert, erkennt von oben die riesige Caldera. Der gewaltige Einbruchskrater entstand vor Jahrmillionen, als ein wahrscheinlich mehrere tausend Meter hoher Vulkan in eine entleerte Magmenkammer einbrach.
Grandiose Fels- und Dünenlandschaften auf dem Weg durch die Region von Agamgam und dann in den Oueds Anakom, Tanakom und Tageït prähistorische Felsgravuren, die zu den eindrucksvollsten der gesamten Region zählen.
8.-11. Tag: Hinaus in die Ténéré, auf der Route der Salzkarawanen nach Bilma
Wir lösen uns vom dominanten Gebirgsrand und starten zur ersten freien Navigationsfahrt zum Brunnen Tafagak, besser bekannt als "Arbre du Ténéré", wo wir vielleicht unsere Wasservorräte ergänzen, bevor wir den Erg du Bilma in Angriff nehmen. Die kilometerlangen Dünenketten verlaufen nicht exakt in unserer Fahrtrichtung und wir müssen immer wieder Passagen über steile und einigermaßen befahrbare Dünenkämme finden. Im wesentlichen bewegen wir uns auf der traditionellen Salzkarawanenroute in nordöstlicher Richtung.
Irgendwann steigt aus den Sandschleiern eine langgezogene Felskante auf, die Falaise von Agram, an deren Fuß die Salzoase Fachi liegt. Für die Karawanen ist dies ein wichtiger Etappenpunkt und Handelsplatz. Weitere atemberaubende 180 Dünenkilometer trennen uns von Bilma. In Bilma Besuch der Saline von Kalala. Minimalversorgungsmöglichkeiten mit Gemüse, Keksen, Wasser; voraussichtlich Formalitäten bei den Behörden.
12.-14. Tag: Kaouar & Djado-Plateau
Entlang der Steilstufe des Kaouar fahren wir in nördlicher Richtung vorbei an den Wassertümpeln von Arrigui nach Dirkou, einem Militärposten. Rechterhand tauchen immer wieder kleine Oasen auf, wie etwa Aney, mit seiner zerfallenden Fluchtburg. Nun gilt es, die freie Fläche zwischen nördlichem Kaouar und dem Djado-Plateau zu überwinden. Markante Wegmarke ist der Pic Zoumri, ein kegelförmig verwitterter Zeugenberg. Vorbei an Seguedine, wo die Piste nach Libyen abzweigt, nähern wir uns mühsam dem Djado-Plateau, die Piste schlängelt sich durch flache, metallisch klingende Felsen und irgendwo - je nach dem welche Spur man fährt - finden wir vielleicht große Stücke versteinerten Holzes.
Chirfa, ein winziger Ort mit einem verfallenem französischen Fort, ist Ausgangspunkt für unseren ausführlichen Besuch von Djado, Djaba und Orida am Fuße des Plateaus (siehe hierzu auch Ländermerkblatt Niger). Mit Erlaubnis des Miltärs können wir uns evtl. auch "Alt-Chirfa" ansehen, eine weniger bekannte Fluchtburg.
15.-16. Tag: Zurück zum Ostrand des Aïr-Gebirges, die Riesendünen von Temet
Nun ist die Falaise d’Issilak zu überwinden und wir lernen eine völlig andere Ténéré kennen als im Süden. Nachdem die mit Stangen markierte Piste Richtung Norden nach Djanet/Algerien verschwunden ist, wird die Landschaft bretteben. Der Urstrom Tafassasset hat ein riesiges Reg (Kieswüste) ausgebildet. Einzige Wegmarke auf der Fahrt zu den Bergen von Adrar Bous im Aïr ist der kleine Bergrücken von Grein oder ein Tamariskenhügel, der "Arbre Thierry Sabine". In flotter Fahrt legen wir die Strecke zwischen Falaise d’Issilak und Adrar Bous in einem Tag zurück.
Die Region von Adrar Bous ist in Wissenschaftskreisen weltberühmt geworden durch außergewöhnlich schön geformte, prähistorische Funde, die eine steinzeitliche Revolution, ähnlich dem Übergang in unser Maschinenzeitalter, darstellen. Bereits auf der Fahrt hierher passierten wir immer wieder prähistorische Siedlungsplätze und ausgetrocknete Seen mit Versteinerungen, denn diese Etappe folgte dem Nordufer des "Paläo-Tschad".
Granitkugeln und von der Erosion künstlerisch geformte Skulpturen sind ein lohnender Fotostopp in der Lanschaft Imanene. Rechts taucht bereits das Plateau des Berges Tin-Galene auf, weicher Sand macht die Fahrt spannend und schon wartet das nächste "Highlight": Atemlos erreichen Sie die Gipfel der höchsten Dünen in der Südsahara, wenn Sie in Temet eine spektakuläre Dünenwanderung unternehmen. Im Hintergrund nun wieder die dunklen Berge des Aïr, unter anderen auch der zweithöchste des Gebirges, der Mont Greboun, die in herrlichem Kontrast zu den Dünen stehen.
17.-20. Tag: Die "blauen Berge", das nördliche Aïr und die Rückfahrt nach Agadez
Oft müssen wir eine Rampe für die Fahrzeuge schaufeln, wenn wir Temet nach Westen hin verlassen. Tosendes Wasser hat hier steile Ouedkanten von oft drei Metern Höhe entstehen lassen, welche zu überwinden sind. Aber dann folgt wieder eine berauschende Dünenfahrt, bis zu den Blauen Bergen von Izouzadene. Ein geologisches Wunder inmitten des Dünenmeeres, ein Skulpturengarten aus Marmor! Was einst unter hohem Druck in der Tiefe der Erde entstand, liegt hier nun frei an der Oberfläche und wurde vom Sandstrahlgebläse des Wüstenwindes zu einer Traumwelt aus bläulich schimmernden Marmor geformt. Hohe Dünen und sandige Hänge erlauben den Aufstieg bis zu den Gipfeln der Marmorberge. Die bläuliche Färbung kommt durch Lichtbrechung in der Gesteinsstruktur und selektive Rückstrahlung des blauen Anteils zustande.
Bei der Weiterfahrt nach Süden weist uns die Kulisse des Adrar Chiriet den Weg. Der Chiriet, ein Ringpluton wie das Tamgak-Massiv, liegt losgelöst vom Aïr wie eine Insel in den Dünen der Ténéré.
Entweder in Tchoum Adegdeg oder am Brunnen von Tezirzek bekommen wir endlich wieder Wasser. Seit wir vor etwa 5 Tagen Chirfa verlassen haben, sind dies die ersten Wasserstellen im Einzugsbereich unserer spektakulären Route. Die Brunnen liegen in sehr schöner Umgebung und werden regelmäßig von Tuareg-Nomaden genutzt. Es kann zu einprägsamen Begegnungen kommen, wenn Sie sich etwas Zeit nehmen. Nicht nur Männer kommen zu den Wasserstellen, sehr selbstbewusste Frauen sind hier draußen oft allein unterwegs und kümmern sich um ihre Ziegenherden.
Zur Oase Iferouane und dann durch das zentrale Aïr führt die Fahrt zurück nach Agadez.
21.- ca. 22. Tag: Zurück in die Haupstadt am Nigerstrom und Rückflug
Transferfahrt nach Niamey und Rückflug. Sobald es neue, akzeptable Flugverbindungen von/nach Agadez gibt, werden wir diese nutzen.
(Text: © S.
+ R. Jarosch)
Änderungen vorbehalten!
Begriffserklärung:
Reg: Kieswüste
Serir: arabisch, bedeutet "klein", Kieswüste aus feinerem Gestein
Kori: ein Wort aus der Sprache der Haussa, bedeutet Wadi, Oued, Trockenfluss
Literatur:
Bei Buchung erhalten Sie eine ausführliche Literaturliste. Hier einige Tipps vorab, speziell zu dieser Reise:
- WÜSTE, Begleitbuch zur Ausstellung WÜSTE des Hessischen Landesmuseums Darmstadt, 2002, ISBN 3-534-16051-7
- Die zentrale Sahara, Detlef Busche, Justus Perthes Verlag, Gotha
- In der Tiefe der Sahara, mehrere Autoren, Verlag C.J. Bucher
- Die Wüsten der Erde, Michael Martin, Frederking & Thaler, Neuerscheinung im Sept. 04
- Saids Geschichte oder der Schatz in der Wüste, Sigrid Heuck, Thienemann Verlag
- Die Tuareg-Tragödie, Mano Dayak, Horlemann Vlg.
Veranstalter:
Kooperationspartner
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