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LIBYEN

Reisen nach Libyen


 

 
Große Libyen Expedition

22tägige umfassende Tour in die süd-westliche und zentrale libysche Sahara

• die Altstadt von Ghadames
• schwierige, aber grandiose Durchquerung des Erg Ubari
• Felsbilder und Gravuren im Tadrart/Akakus
• die weiten Messak-Landschaften, riesige Dünenberge im Erg Murzuk und die berühmten Gravuren im Wadi Mathendous
• die Oasenkette von Murzuk, der Erg Marzoukia und der “schwarze Krater” Wau en Namus
• Seen in den Dünen des Erg Ubari: Mandara und Um al Maa
• während der Rückreise nach Djerba Besichtigung von Sabratha oder Leptis Magna

Libyen   Libyen

Termine & Preise:
eventuell wieder ab Herbst 2012, ca. EUR 2590
EZ/EZelt-Zuschlag: EUR 50
Rail&Fly (Zug zum Flug):  EUR 90

Leistungen:
• vermittelte Linienflüge zum Gruppentarif Frankfurt - Djerba und retour
• Transfer und Hotelübernachtung im DZ mit HP bei Beginn und Ende der Tour auf Djerba
• An-/Abreise in den Süden Libyens per Inlandflug oder mit Transferbussen, je nach Verfügbarkeit
• Fahrt in libyschen Geländewagen (ortsüblicher Zustand) mit einheimischen Fahrern/Führer
• Verpflegung aus der Bordküche
• Schlafmatten, Zelt auf Wunsch
• deutschsprachige Reiseleitung
• Reiserücktrittskostenversicherung

Zusätzliche Kosten:
• Trinkgelder
• persönlich bestellte Restaurantessen und Getränke
• Visagebühren
• Unvorhergesehenes

Teilnehmer:
min. 7 - max. ca. 12 Personen

Zelt:
Bitte versäumen Sie nicht, uns mitzuteilen, wenn Sie eine Zeltübernachtung im 2-Personenzelt wünschen. Viele Teilnehmer schlafen in der Sahara im Freien und wir sollten aus Gewichtsgründen nicht unnötig viele Zelte mitnehmen.

Libyen   Libyen

 
Tourverlauf:             

1.-2. Tag: Anreise nach Ghadames
Ihr Flug bringt Sie von Frankfurt (evtl. über Tunis) meist nach Djerba oder von Frankfurt nach Tripolis.
Hier die Beschreibung der Anreise im Falle der Djerba-Variante: Wir verlassen die Ile de Djerba über den kleinen Damm in Richtung Süden, passieren das Urlauberstädchen Zarzis, und sind ab Ben Ghardane mit den Grenzüberquerern allein auf der Straße. Die Grenze bei Ras Adjir kostete uns bei den bisherigen Touren meist nur etwa 2 Stunden; unsere libyschen Partner helfen uns, "beschleunigen" die Formalitäten und haben die notwendigen Genehmigungen bereits vorbereitet. Dann geht es auf schneller und moderner Teerstraße meist in Sichtweite zur Küste Richtung Tripolis. Wir passieren die moderne Stadt Zouara und biegen hier nach Süden ab, queren die fruchtbare und landwirtschaftlich intensiv genutzte Mittelmeerzone bis wir bei Al Jaws al Kabir auf die schwarzen Berge (Jabal Nafusah) stoßen. Nalut, eine ehemalige Berbersiedlung, liegt abenteuerlich an die Felsabhänge gebaut. Wie in nahezu allen libyschen Städten ist die Altstadt verlassen und verfallen, die Neustadt bietet wenig Romantik. Die Fahrt nach Süden führt durch Geröllwüsten, wir passieren Sinawin, halten vielleicht für eine Cola in Darj und erreichen Ghadames voraussichtlich am frühen Abend des ersten Fahrtages, der noch ein reiner Transfertag war.

3.- ca. 4. Tag: Durch die Hammada el Homra
Ghadames ist bestimmt die schönste libysche Oase. Sie hat ihren alten saharischen Reiz nicht verloren und gehört in das UNESCO-Programm der zu schützen­den Städte. Die Altstadt ist ganz aus Lehm, an den Rand der Palmeraie gebaut. Die Hauseingänge sind durch überdachte und überbaute Gänge zu erreichen. Sich als Fremder zu verlaufen ist sehr einfach. Es wohnen heute kaum noch Familien in der Altstadt und die Häuser werden als Schuppen und Viehställe benutzt. Im Sommer sitzen Männer der Ortschaft in den angenehm kühlen Gängen in der Nähe der Moschee und schlürfen Tee. Der alte Ortsteil kann besichtigt werden, auch einige renovierte Häuser, die als kleine Museen ausgestattet sind. Währenddessen kümmern sich unsere einheimischen Fahrer um die notwendigen Formalitäten und um Treibstoff, denn hier haben wir das Ende der Asphaltstraße erreicht und es muss vorgesorgt werden.
Wüste will "erfahren" werden! Südlich von Ghadames erstreckt sich eine riesige Steinwüste, die Hammada el Homra, die "Rote", eine Fortsetzung der nordsaharischen Plateaulandschaft von Tinrhert. Aber auch die Steinwüste hält Überraschungen bereit: geschützte, sandige Oueds zum Übernachten, oder z.B. einen Platz, den wir "Robbenlager" nennen. Die Erosion hat Kalkgestein freigelegt und zu seltsamen Skulpturen geformt, von denen einige fetten, trägen Robben ähneln, die sich am Strand räkeln. Andere Steine wiederum sind zu perfekten, runden Kugeln verwittert, Kunstwerke und Formen der erdgeschichtlichen Entwicklung.

4.- ca. 6. Tag: Durch den Erg Ubari nach Al Uweinat
Die Piste verläuft etwa 30 km östlich der Grenze zu Algerien weitgehend in südlicher Richtung und nach etwa einem Tag Fahrt (seit Ghadames), erreichen wir die Region des Brunnens von In Azar. Das üble Geholper lässt nun etwas nach und die Umgebung wird sandiger. Weiter, durch die Region von Zerzaitin, wo erholsam nach der rauhen Hammada - bunte Sandsteine und Sedimente auftauchen. Südlich des 28. Breitengrades beginnen dann recht unvermittelt die Dünen des Edeien Ubari. Inmitten der Dünen liegt der Brunnen von In Azaoua, in grandioser Dünenwelt, zwar mit brackigem Wasser, aber einige Palmen bieten Schatten und für eine kleine Wäsche ist das kühle Nass doch gut. Bis zum Brunnen wars noch einigermaßen harmlos, aber nun sind riesige Dünengebirge zu überqueren. Die Sandformationen sind überwältigend, hier vermählt sich der Erg Ubari mit den roten Dünen des Erg Bourarhet - die Mühe lohnt sich! Immer wieder müssen die Teilnehmer zu Fuß gehen, während die Fahrer einigermaßen befahrbare Passagen suchen. Nach etwa ein bis zwei Tagen extremer Dünenfahrt verlassen wir den Erg etwas westlich von Tin Hieddan und hoffen, dass uns die dort stationierten Militärs etwas Wasser abgeben, zur Ergänzung unserer Vorräte.
Das Landschaftsbild auf der Weiterfahrt wechselt stark: eigenwillige und sehr unterschiedliche Felsformationen, sandige, baumbestandene Oueds, Ebenen, Mondlandschaften. Einmal müssen wir steil bergauf durch ein schmales Felsental, um dahinter scharf rechts abbiegend in einer Felsfalte uns weiter zu bewegen. Wir passieren Hassi Tin Habertene, ein Brunnen in großartiger, für die Zentralsahara typischer Landschaft. Weite, mit Tamarisken bestandene Oueds, verwitterte Zeugenberge und immer wieder dunkle Berghänge, an die heller Sand angeweht ist. Bald verdichten sich die Sande und wir stoßen auf einen südöstlichen Ausläufer des Erg Ubari, der zu durchqueren ist.
Mitten im Sand, am Fuße großer Dünen, liegt auch der Platz Takioumet, benachbart eine kleine Ebene; vielleicht in kolonialer Zeit ein Flugfeld, heute Pistenkreuzung, auf der mit großen Steinen der Ortsname ausgelegt ist. Immer wieder treffen wir auf alte, koloniale Markierungen, die uns helfen, da die Pistenführung weder immer sichtbar, noch eindeutig ist. Auch sieht man ab und an die Reste einst durchgehender Trassierung, die den Untergrund befahrbar machen sollte; Pläne vergangener Zeiten, die Wüste hat sich ihr Terrain zurückgeholt.
Gegenüber der Tankstelle in Serdeles (Al Uweinat) erreichen wir die von Sabha nach Ghat führende Asphaltstraße.
Unsere Tour orientiert sich weniger an den Ortschaften, die in Libyen oft wenig Sehenswertes zu bieten haben, sondern mehr an der herrlichen Landschaft und an den prähistorischen Stätten. Nach einem Stopp im hübschen Camp unserer Partner (...mit fließendem Wasser!) fahren wir von Serdeles (Al Uweinat) gleich nach Süden weiter, direkt in das Tadrart-Akakus.

7.- ca. 10. Tag: Tadrart Akakus, Erg Murzuk und Wadi Mathendous
Im Tadrart (eine Tassili-Formation) angekommen, gelangen wir in ein Labyrinth von Flussbetten, die von Felswänden begrenzt sind. Eine unglaubliche Landschaft. Rechts und links ragt der nackte Fels senkrecht hundert und oft sogar zweihundert Meter senkrecht empor, wir schlängeln uns mal durch weite, mal durch schmale Durchgänge am Fuß dieser gewaltigen Brocken hindurch. Malerisch liegen goldene Dünen sonnenbeschienen an windgeschützten Stellen. Einige Stellen in den Felswänden bilden witterungs-schützende Überhänge; Wohnhöhlen, auch "Abri" genannt. Hier finden wir Felszeichnungen sehr unterschiedlichen Alters und somit aus diversen Epochen der Besiedelung. Einige der Bilder sind sehr klein, nahezu schon künstlerische Miniaturen, manche eher wie naive Zeichnungen, andere sind großflächig angelegt und wirken sehr plastisch und wie in Bewegung. Dargestellt sind Menschen, häufig Jagdzsenen, Rinder, Gazellen, Kamele, Elefanten, auch Raubtiere. Zusätzlich zu den Felsbildern sind auch einige Gravuren zu entdecken, wie etwa die Elephantengravuren von Ouan Tabou. Unsere ortskundigen, einheimischen Führer zeigen uns eine excellente Auswahl der maßgeblichen Fundstellen; die Reisebegleiterin, bzw. der Reisebegleiter erklärt ergänzend und führt Zeittafeln und etwas weiterführende Literatur mit, damit Sie Ihre Eindrücke vertiefen können.
Wir verlassen dieses Labyrinth nach Osten und durchqueren in freier Fahrt zunächst die Dünen des Erg Ouan Kassa und tauchen in die weiten Ebenen und Oueds von Messak Mellet und Messak Settafet ein. "Settafet" bedeutet schwarz und wir spüren es auch: eine dunkle Hammada attackiert uns und auch die Federung der Fahrzeuge. Aber dann taucht der Erg Murzuk auf und bietet versöhnlich herrliche Übernachtungsplätze in seinen Dünenbuchten. Die Dünen ragen unmittelbar aus der Steinwüste bis zu 200m hoch auf; erklimmen Sie abends oder morgens vor Sonnenaufgang die Dünenberge und nehmen Sie den unglaublichen Ausblick in sich auf.
Nun finden sich, eingebettet in die Steinwüste einige Kiesflächen, die flottere Fahrt erlauben und etwa 30 km nördlich des Ergs sind wir unvermittelt im Wadi Mathendous. Sie haben ausgiebig Zeit zum Fotografieren; wir machen eine längere Pause im Tal, unweit der schönsten Felsgravuren, die alle an den steilen nur wenig hohen Felswänden und Felsbro-cken des engen Wadis verstreut liegen. Die Gravuren stellen über­wiegend Tiere dar, Rinder (Bubalus = Wildrind), Giraffen, Elefanten, ein Krokodil, einige Menschen, manche mit Tierköpfen, können wir bewundern und über die Ab­sichten der Künstler spekulieren. Die Wissenschaft hat noch keine eindeutigen Interpretationen bereit, die Fundstätten unterscheiden sich völlig von jenen im Tadrart, Ähnlichkeiten mit den Gravuren im Oued Djerat in Algerien sind zu erkennen. Wenn möglich, bevor wir die Region wieder verlassen, noch ein Besuch der Fundstätte Ain Habeter oder einem anderen Seitental.

11.- ca. 14. Tag: Der lange Weg zum schwarzen Krater
Wir verlassen das Wadi nach Osten, passieren die Polizeistation Anou Elauen, und folgen auf flotter Piste dem Wadi Bajuj. Tiefbrunnen erlauben hier die Anlage der bekannten kreisrunden, bewässerten Felder, die mit Hirse oder Weizen bepflanzt werden. Wadi Bajuj ist eine der großen Anlagen dieser Art, bei einigen Touren konnten wir eine kurze Besichtigung arrangieren.
Unser Fernziel nun ist der "schwarze Krater" Wau en Namus !
"Lohnt" es sich nun, vom Wadi Mathendous noch dreieinhalb Tage auf zum Teil übelster Piste weiter nach Osten und Südosten zu fahren, um auf dem Kraterrand zu stehen und unter sich die gelbschwarzen Dünen und die Farbtupfer der Kraterseen in sich aufzunehmen?
Wir werden Ihnen diese Frage nicht objektiv beantworten können, denn wir sind vernarrt in die Wüste und außerdem gibt es da ja noch den manchmal etwas strapazierten Spruch:
"... der Weg ist das Ziel !"
Und diesen "Weg" möchten wir Ihnen hier kurz skizzieren, so wie wir ihn vor etwa 10 Jahren erlebt haben; dies gibt Ihnen sicherlich den besten Eindruck der weiteren Etappe:

Rückblick, Ostern '95:
Während unserer dreiwöchigen Expedition, haben wir genug Sprit gebunkert, um vom Wadi Mathendous ausgehend direkt weiter nach Osten zu navigieren. Bisher hat alles gut ge­klappt, obwohl uns die Sahara, bzw. ihr Klima nichts geschenkt hat: Regen im Erg Ubari, Wind in den nördlichen Hammadas, aber auch klare heiße Tage mit blauem Himmel im Tadrart, der herrlichen Fortsetzung der Tassili-Zonen in Südalgerien.
Die Route folgt dem Wadi Bajuj, der meist feste Serir-Boden des Urstromtales erlaubt flotte Fahrt. Bereits nach wenigen Stunden erreichen wir die oben erwähnten Getreidekreise. Ein Wächter erklärt uns, dass im Fruchtwechsel angebaut wird (zuletzt Hirse); wir passieren mindestens 20-30 kräftiggrüne Projektkreise. Bald taucht eine Stromleitung auf, der wir folgen können. Die Fahrer genießen die entspannte Situation - wenigstens ist die Richtung nun leicht zu halten. Als gegen Abend Wind aufkommt, taucht pünktlich der grüne Streifen eines aufgelassenen Agrar-Projekts auf. Im Schutz von Tamarisken und Eukalyptusbäumen, die als Erosionsschutz angepflanzt wurden, verbringen wir eine ruhige Nacht, mit Blick auf die weiten Ebenen des erdzeitlichen Urstroms. In einigen Kilometern Entfernung begleiten uns rechterhand immer noch die Dünen des Ergs von Murzuk und wir stoßen bei Tessaouwah auf Asphalt, den wir bis Temessah nutzen können, um schneller nach Osten zu gelangen. Die Städte am Weg präsentieren sich modern und trist zugleich, bieten aber sicherlich ungewohnten, neuen Komfort für die Bewohner. Gärten und Palmen zeugen von günstigem Grundwasserstand, wobei die Palmen aber nur noch selten wegen ihrer Datteln gepflegt werden, sondern mehr als Schattenspender für die Gemüsegärten dienen.
Auf den Märkten ergänzen wir unsere Vorräte durch Kartoffeln, Karotten und Salat. Tomaten, Auberginen und Gurken sind nur selten und in kleinen Mengen aufzutreiben. Überall werden wir freundlich begrüßt und bedient, man erkundigt sich nach unserem Woher und Wohin. Richtung Traghan und Aranib werden die Kontrollen an den Kreuzungen strenger (aber immer höflich), hier zweigen Pisten ab, in den nicht fernen Tchad. Immer wieder sehen wir am Straßenrand kleine Camps mit Nomaden und deren Kamelen. Sie kommen aus dem Tchad und versuchen ihre Tiere etwas aufzupäppeln nach dem strapaziösen Anmarsch, bevor diese als Schlachtvieh verkauft werden
Kräftiger Gegenwind reduziert die Geschwindigkeit der schweren Geländewagen auf 70 km/h und mit Einkäufen und diversen Formalitätenstops schaffen wir trotz Asphalt nur etwa 400 km. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit, taucht die kleine Oase Timsah auf, es gibt Diesel, Trinkwasser und Brot. Etwa 5 km außerhalb findet unsere einheimische Crew zielsicher einen einigermaßen windgeschützten Platz zwischen Palmenbüschen und Dünen.
Am nächsten Morgen weht der Wind nur noch schwach und wir beschließen, den kleinen Erg Marzoukia zu durchqueren und die Hauptpiste links liegen zu lassen. Der Erg mit seinen flachen, festen Dünen lässt sich leicht befahren und der leichte Wind bewegt Sandfahnen, die im Gegenlicht glänzen wie ein wogendes Meer in der Morgensonne. Für kurze Zeit eine Stimmung wie bei den langen Fahrten durch die Ténéré.
Wir stoßen auf die Hauptpiste, die von Norden kommend zu den landwirtschaftlichen Projekten in Wau el Kebir führt. Schlaglöcher, Staub und Wellblechpiste reißen uns aus unseren Träumen. Die Fahrzeuge rütteln und springen, man glaubt, sie müssten zerbersten. Trotzdem erreichen wir gegen Mittag Wau el Kebir und werden nach einer kurzen Militärkontrolle in der Herberge des Projektes herzlich und ohne Vorbehalte willkommen geheißen und bewirtet. Nach einer langen Mittagspause - wir dürfen duschen (!) - fahren einige von uns mit dem leitenden Agro-Ingenieur raus, zu einer kurzen Besichtigung. Hier werden zunächst Pflanzen für den Erosionsschutz groß gezogen und in Zukunft sollen sogar Citrusfrüchte gedeihen. Der Gemüseanbau läuft bereits und Kartoffeln, Karotten etc. werden mit Kühlfahrzeugen auf besagter Piste einmal wöchentlich nach Norden abtransportiert.
Am späten Nachmittag schaffen wir doch noch eine kräftige Strecke, obwohl bei der Ausfahrt aus Wau el Kebir die Orientierung schwierig ist. Die Oase ist Militärstützpunkt, unzählige Spurenbündel führen in alle Himmelsrichtungen und man stößt auf Kriegsschrott, der wohl vom Rückzug der Libyer aus dem Tchad stammt. Die nun wieder kleinere, untrassierte Piste führt durch Kieswüsten und Oueds und abends hat uns wieder die Stille der Wüste. Morgens gehts früh raus, denn bis zum Wau en Namus ist es nicht mehr weit und alle sind gespannt. Schwarzes, sogar blau schimmerndes Gestein kündigt vulkanische Regionen an.
Wir passieren einen flachen Bergrücken, finden Steinsalz und Kristalle am "Salzkrater". Die nun folgende Senke ist bereits völlig mit kleinkörnigem, leichten Lavagestein bedeckt. Das Satelliten-Navigationsgerät piepst bereits und meint, wir würden uns unserem Ziel nähern.
Ein Spurenbündel führt einen steilen Lavahang hoch, wir folgen ihm und oben gibts nur noch wau...! Der Anblick verschlägt uns die Sprache: inmitten der völlig toten Landschaft leuchten üppige Farben! Etwa 150m unter uns wogt zwischen gelb-schwarzen Dünen grünes Schilf, Wind kräuselt das Wasser der Kraterseen, Wasservögel flattern erschreckt auf und landen gekonnt einen See weiter entfernt...
Zu Fuß erkunden wir die Welt des Kraters, manche baden im größten See um sich abzukühlen. In respektvollem Abstand vom Schilf und seinen Bewohnern, den sirrenden, schwirrenden Moskitos lagern wir hoch oben auf dem Kraterrand. Eine Plane als Schattendach schützt uns vor der direkten Sonne, trotzdem verbrauchen wir in kürzester Zeit 5 Kanister Trinkwasser, eine Ration, die sonst nahezu zwei Tage ausreicht..."
Wieder zurück, zum Teil auf asphaltierter Straße, fahren wir über Zuwayla und Murzuq nach Gerama. Stopps bei den Grabtürmen in Zuwayla und auf dem Markt in Murzuq, wo Tubu-Frauen einige Handarbeiten anbieten, unterbrechen die Fahrt.

15.- ca. 19. Tag: Rückfahrt zum Erg Ubari, Gerama und die wundersamen Seen in der Dünenwelt
Wir fahren zurück nach Westen, an den Südrand des Erg Ubari. In Gerama besuchen wir kurz die (für Laien leider wenig aussagekräftigen) Ruinen der Garamantenstadt und dann geht's noch einmal spektakulär durch die Dünen, zum Mandara-See, der inmitten des Erg Ubari ca. 25 Kilometer nördlich von Gerama liegt. Dünenzüge in Gitterstruktur machen die Fahrt schwierig. Der See, an welchem das verlassene Dorf Mandara liegt, ist schon stark verlandet. Wenige Kilometer weiter nördlich treffen wir auf den See Um al Maa, eines der ganz großen Wunder der Sahara. Obwohl direkt am Ufer steile Dünen aufragen, versandet der See nie, ständig strömt geheimnisvoll aus der Tiefe frisches Wasser nach. Die Farbe des Sees wechselt zwischen grün und lila, im Wasser spiegeln sich die umliegenden Dünen und Palmen. Badewillige können ins Wasser gehen, es ist jedoch wegen der hohen Verdunstung sehr salzig. Die Dünen des Erg Ubari in der weiteren Umgebung bieten herrliche Übernachtungsmöglichkeiten.

20. bis 21. Tag: Rückreise nach Norden
Ab El Fejej (nahe bei Gerama) liegt die Rückfahrt an, wir bleiben auf der Teerstraße, die uns erst nach Sebha und von da über Mizdah nach Norden führt. In der Regel werden die Geländewagen gegen einen Kleinbus ausgetauscht. Die Fahrt nach Djerba dauert meist 1½ Tage, wird von einem angenehmen Hotelaufenthalt unterbrochen und wenn alles gut läuft, beenden wir unsere Libyeneindrücke mit der Besichtigung der römisch-punischen Ruinen von Sabratha, wobei sicherlich das Theater den nachhaltigsten Eindruck hinterlässt.
Alternativ behalten wir uns vor, einen Inlandflug nach Tripolis zu nutzen, abhängig von Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit. In diesem Falle bleibt u.U. Zeit für einen Abstecher nach Leptis Magna.

22. Tag: Rückflug von Tripolis oder Djerba nach Frankfurt.
(Text: © S. + R. Jarosch)

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